Wohnen im demographischen Wandel: Teilnahme von Frey Architekten im SoNaTe Förderprogramm des BMBF21.12.15

Die Freie Liegenschaftsverwaltung GmbH, im Auftrag von Architekturbüro Frey Architekten aus Freiburg, nimmt mit dem „pro scholare“-Prinzip für integratives Nachbarschafts-Management am Forschungs- und Förderprogramm SoNaTe teil.

Freiburg, 21. Dezember 2015 – Die Auswirkungen des demographischen Wandels sind in den Kommunen und Regionen bereits deutlich zu spüren. Für eine hohe Lebensqualität sind neue Formen des Zusammenlebens sowie eine unterstützende Architektur und Infrastruktur gefragt. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Soziale Nachbarschaft und Technik“ (kurz: SoNaTe) soll ein neuartiges digitales Kommunikationsnetzwerk entwickeln, das Kommunen und Regionen beim Aufbau sozialer Nachbarschaften unterstützt.

Die Gesellschaft in Deutschland wird älter. Die Zahl der Personen, die in unterschiedlicher Art hilfsbedürftig sind, steigt. Gleichzeitig ist vielfach eine Vereinsamung älterer Menschen zu beobachten, als Folge vom Aufbrechen traditioneller Familienverbände, dem Wegzug vor allem jüngerer Menschen in ländlichen Regionen und anonymen Wohnquartieren in den Städten. Eine soziale, nachhaltige Architektur, Stadt- und Regionalplanung muss dem entgegenwirken.

Frey Architekten beschäftigen sich seit vielen Jahren intensiv mit sozialer Architektur und aktivem Nachbarschafts-Management als Instrument einer nachhaltigen Quartierbildung in Zeiten des demographischen Wandels. Unter anderem haben sie hierfür das „pro scholare“-Prinzip entwickelt und in verschiedenen Architekturprojekten umgesetzt. Als erstes Modell-Projekt von „pro-scholare“ errichteten Frey Architekten 2010 ein integratives Wohnobjekt mit 82 Wohnungen und verschiedenen gewerblich genutzten Einheiten im Freiburger Stadtteil Rieselfeld.

„pro scholare“ bezeichnet hierbei nicht nur das zugrundeliegende Planungskonzept. Es ist gleichzeitig der Name einer genossenschaftsorientierten Vermietungsgesellschaft, die zwischen Eigentümern und Mietern zwischengeschaltet ist und so zwei wesentliche Funktionen erfüllt: Die Vermietungsgesellschaft ist Teil eines integrativen sozialen Konzepts und kann als Generalmieterin nicht nur die Mietpreise, sondern auch die soziale Diversität der Bewohnerstruktur des Hauses gezielt steuern. Gleichzeitig kompensiert die Vermietungsgesellschaft die Risiken der Eigentümer, indem sie ihnen eine lückenlose Vermietung der Wohnungen garantiert. Dies ermöglicht es dann wiederum, die Auswahl der Mieter von Wohnungen und Gewerbeeinheiten nicht primär unter finanziellen sondern unter sozialen Gesichtspunkten zu treffen.

„Aufbauend auf unser laufendes Nachbarschaftsmodell in Freiburg-Rieselfeld und den dort gemachten Erfahrungen haben wir uns bei SoNaTe beworben, mit künftigen Projekten wie u.a. der „Smart Green Tower“. Dort soll das „pro scholare“-Prinzip ebenfalls durchgeführt werden“, erklärt Architekt Wolfgang Frey, Geschäftsführer der Freie Liegenschaftsverwaltung GmbH. Denn ein wesentlicher Beitrag für die erfolgreiche Weiterentwicklung von neuen Wohnkonzepten im Hinblick auf den demographischen Wandel sei auch eine intensive Beobachtung und wissenschaftliche Begleitung der Vorgänge im Nachbarschafts-Management: „Wollen die Nachbarn überhaupt ihre Mitmenschen kennenlernen und sich bei Bedarf gegenseitig unterstützen? Wie reagieren die Menschen auf gezielte Anreize wie zum Beispiel organisierte Grillabende im Wohnquartier? Wie kann man diese Prozesse optimieren und Eigeninitiative fördern? Fundierte Antworten auf diese und weitere Fragen sowie eine Vernetzung entsprechender Initiativen in den einzelnen Regionen können einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung leisten. Als Teilnehmer am Förderprogramm müssen wir SoNaTe diesbezüglich regelmäßig Rückmeldungen geben.“

Über „Soziale Nachbarschaft und Technik“ (SoNaTe)

Im Projekt SoNaTe soll ein neuartiges digitales Kommunikationsnetzwerk entwickelt und wissenschaftlich evaluiert werden, das Kommunen und Regionen beim Aufbau sozialer Nachbarschaften unterstützt.

Mithilfe des Netzwerks werden Personen, Personengruppen, Organisationen und Unternehmen des regionalen Sozial- und Wirtschaftsraumes miteinander verbunden, um alltagsnahe Interaktion, soziale Kommunikation, Dienstleistungen, Leistungen der lokalen Infrastruktur und auch Freizeitangebote zu erschließen.

Das Projekt trägt auf diese Weise dazu bei, die Alltagsinfrastruktur in ländlichen Gebieten zu verbessern und zugleich die Integration von Neubürgern in städtischen Zuzugsgebieten zu unterstützen. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund wird durch diesen Ansatz ebenfalls erleichtert.

SoNaTe ist eine BMBF-Fördermaßnahme im Rahmen des Demografiewettbewerbs „Innovationen für Kommunen und Regionen im demografischen Wandel“ (InnovaKomm).

Gemeinsam mit Projektpartnern wie u.a. dem Freiburger FIVE e. V., der Albert-Ludwigs- Universität Freiburg, dem Bauverein Breisgau eG, der Freien Liegenschaftsverwaltung GmbH, Frey Architekten, der Stadt Bühl, dem Freiburger SPES e. V, der Stadt Freiburg im Breisgau, der Telocate GmbH und dem Zentrum für Telemedizin aus Bad Kissingen wird die ITstrategen GmbH mit „SoNaTe“ ein gemeinwirtschaftliches Geschäftsmodell in Form einer Genossenschaft bilden, das den Ansatz der kollektiven Bewirtschaftung unterstützen und den Daten- und Verbraucherschutz nachhaltig sichern wird.

Weitere Informationen und Ansprechpartner:
http://www.mtidw.de/ueberblick-bekanntmachungen/innovakomm/sonate

Smart Green Tower

Architektur mit sozialem und ökologischem Anspruch – der neue Smart Green Tower in Freiburg