Wiederaufforstungsprojekt in Taiyuan, China22.07.16

Die Existenz der Menschen hat enormen Einfluss auf die Natur. Unser Fleischkonsum, unsere tägliche Nutzung von Verkehrsmitteln, Strom, Gas und Wasser tragen zur Umweltverschmutzung bei. Allein durch das Atmen stoßen Mensch und Tier CO2 aus. Dies ist in der heutigen Zeit ein großes Problem, dem sich jeder Mensch bewusst sein sollte.

Architekten haben hierzu eine Lösung gefunden, indem sie Passivhäuser bauen. Häuser mit Passivhausstandart verursachen weniger Kohlenstoffdioxid-Emissionen, weshalb sie die Umwelt schonen. Doch egal wie gut wir bauen – letzten Endes verursacht das Bauen an sich ebenfalls CO2. Schon zur Herstellung von Baustoffen wie beispielsweise Tonziegeln, die mit ca. 1.000 Grad gebrannt werden, treiben wir den Klimawandel an. Eine polemische Lösung wäre es, gar nicht mehr zu bauen. Angesichts der stetig wachsenden Weltbevölkerung ist das sicherlich keine Option.

Wolfgang Frey, ein auf Nachhaltigkeit spezialisierter Architekt au Freiburg, hat eine bessere Möglichkeit gefunden, seine „Schuld“ zu begleichen. Im Frühjahr 2014 begann Herr Frey ein Wiederaufforstungsprojekt auf dem chinesischen Berg Xishan (zu deutsch „Westberg“) in Taiyuan der chinesischen Provinz Shanxi. Auf 5 Hektar Fläche hat Wolfgang Frey ca. 6.000 Bäume angepflanzt. Jeder wachsende Baum speichert CO2.

Wolfgang Freys Ziel ist es, mit Hilfe der Bäume seine CO2-Ausstöße als Architekt zu kompensieren. Dazu zählen u.a. auch die treibhausgaswirksamen Emissionen, die bei Anfahrten zur Baustelle und beim Betrieb von Baugeräten entstehen – oder die CO2-Ausstöße, die Wolfgang Frey mit jedem Flug nach China verursacht.

wiederaufforstung wolfgang frey china taiyuanIdealerweise sollten die Bäume so viel Kohlenstoffdioxid binden, wie der Architekt durch seine Tätigkeiten in die Welt setzt. Da das Klima in der industriellen Stadt Taiyuan im Sommer äußerst trocken und heiß ist, hat Herr Frey zunächst hauptsächlich Akazienbäume angepflanzt. Diese Baumart nennt man auch Pionierholz, weil sie trotz recht unfruchtbarer Erde und kritischen Klimas es schafft, zu wachsen.

Abgesehen von der Kohlenstoffdioxid-Bindung sind die Produktion von Sauerstoff und die Verbesserung des Mikroklimas weitere positive Aspekte. Das Wiederaufforstungsprojekt ist noch nicht beendet: Wolfgang Frey möchte weiterhin seinen Wald vergrößern.

Jährlich fliegt er rund drei Mal nach China und kann jedes Mal 150-200 Setzlinge aus Deutschland mitnehmen. Folglich ist es in einem Jahr möglich rund 600 selbstmitgebrachte Akazienbäume anzupflanzen. Hinzu kommen Dattelbäume, die direkt in China gekauft und angepflanzt werden. Der Wald soll kontinuierlich um mehrere Hektar erweitert werden.

wiederaufforstung wolfgang frey china taiyuanAuch in Deutschland ist Wolfgang Frey Eigentümer eines 45 Hektor großen Waldes, dessen Holz er unter anderem für nachhaltige Projekte nutzt.
Ein Beispiel hierfür wäre das Projekt Polizeistation Freiburg-West: ein Holzbau mit Passivhausstandart. Holz als Baustoff ist insofern vorteilhaft, weil das im Holz gespeicherte Kohlenstoffdioxid erst bei Verrottung oder Abbruch in die Umwelt gelangt. Des Weiteren kann Holz im Gegensatz zu Beton energieeffizient verarbeitet werden.

Im Unterschied zur Nutzungsweise von Wolfgang Freys deutschen Waldes dient sein chinesischer Wald allein zur Schadstoffkompensierung.