Regierung will Wohnungsbau ankurbeln22.01.16

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Flüchtlingszuwanderung fehlen in Deutschland in großer Anzahl bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen. Dies gilt gerade für Ballungsräume, wo Wohnraum auch bereits vor dem Anstieg der Flüchtlingszahlen knapp war. In einer Kabinettsberatung am 20. Januar hat die Bundesregierung erneut dieses Thema beraten.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks geht von einem Bedarf von mindestens 350.000 neuen Wohnungen pro Jahr aus. Die Bundesregierung will dies mit verschiedenen Förderprogrammen und einer erneuten Anhebung der Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau auf nunmehr 2 Milliarden Euro sowie steuerlichen Investitionsanreizen und ggf. Änderungen im Baurecht unterstützen.

„Gemeinsam mit den Partnern des Bündnisses für bezahlbares Wohnen werden wir günstigen Wohnraum dort schaffen, wo er am dringendsten gebraucht wird: in den Groß- und Universitätsstädten sowie den stadtnahen Landkreisen“, erklärt Hendricks in einem Artikel vom 20. Januar auf Bundesregierung.de.

Zudem stehen steuerliche Anreize für Investitionen durch eine Änderung der Abschreibungsmöglichkeiten in der Diskussion. Zur Förderung des privaten Wohnungsbaus sei geplant, dass Investoren die Baukosten in den ersten drei Jahren bis zu 35 Prozent steuerlich abschreiben können. Bereits bestehende steuerliche Anreize sollen verbessert werden.

Der Vorschlag, den Bau bezahlbaren Wohnraums überwiegend durch steuerliche Anreize zu fördern, wird jedoch differenziert gesehen und stößt unter anderem auf Kritik der Städte und Gemeinden. So betont Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, dass der Vorschlag der Bundesregierung, den privaten Neubau durch Sonderabschreibungen zu begünstigen, zwar in die richtige Richtung ziele, er fordert jedoch weitere Maßnahmen darüber hinaus. Auch der Eigentümerverband Haus & Grund sieht noch Optimierungspotenzial und befürchtet bei den jetzigen Vorschlägen Anreize für Spekulationen. Anstelle der vorgeschlagenen degressiven Abschreibungsmöglichkeiten lasse sich der Bau neuer Mietwohnungen nur mit einer höheren linearen Gebäudeabschreibung nachhaltig ausweiten, erklärt Haus & Grund-Präsident Rolf Kornemann in einem Artikel der „Welt“.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter anderem auf:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/01/2016-01-20-wohnraum-fuer-fluechtlinge.html

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article151245301/Regierung-macht-Milliarden-fuer-Wohnungsbau-locker.html

Tag-It: sozialer Wohnungsbau, Wohnungsbauförderung, Ausgleichzahlung, Wohnraum schaffen, Neubau