Zurück

Passivhaus Showroom

Das von der Frey Gruppe konzipierte Projekt „Passive House Experience Center“ wurde von allen Teilnehmern der 22. Passivhaus-Tagung in München mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, denn es ist die passive Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes. Aufgrund der vollen Unterstützung aller Beteiligten erreichte dieses Projekt die Klassifizierung „Passivhaus Plus“. Damit ist es das einzige zertifizierte „Passivhaus Plus“-Projekt in China. Der Leiter und Gründer des Passivhaus-Forschungsinstituts in Deutschland, Professor Wolfgang Feist, hat persönlich das Zertifikat für das Projekt ausgestellt.

Das Bauwerk

Das Projekt befindet sich in einem kalten Gebiet. Für den Energieverbrauch ist daher der Wärmeverlust des Gebäudes während der Heizperiode der wichtigste Punkt. Das Gebäude ist ein Umbauprojekt und unterliegt daher dem Bebauungsplan des Wohngebiets, deswegen darf an der Hauptstruktur nur wenig verändert werden. Aber dank der symmetrischen Form sowie der südlichen Ausrichtung des ursprünglichen Bauwerks ergeben sich gute Werte. Diese sind günstige Faktoren für die Energieeffizienz.

Als Passivhaus-Modellprojekt liegt im Erdgeschoss des Gebäudes der Ausstellungsraum, der das Prinzip der Passivhäuser und dazugehörige Ausstattungsmaterialien zeigt. Darüber hinaus befinden sich im ersten Stock zwei Modell-Wohneinheiten: ein Single-Apartment und eine Zweizimmerwohnung.

Grüne Technologie

Der Konstrukteur optimierte zunächst die Gebäudeaufteilung, indem er die Haupträume auf der Süd- und die Nebenräume auf der Nordseite anordnete. Dann wurde an der Südfassade des Gebäudes die Fensterfläche so weit wie möglich vergrößert, um möglichst viel Wärme von der Sonne zu gewinnen. Auf der nördlichen Seite des Gebäudes wurde genau umgekehrt verfahren, hier sind die Fenster mit Berücksichtigung des Grundbedarfs verkleinert worden, um den Wärmeverlust zu minimieren.

Diese Fenstereinteilung ist für das Projekt ein entscheidender Punkt, so ist der Glasanteil für die Aufnahme der Wärme ein wichtiger Faktor. Bei der Konstruktion wurde diese mehrmals mit dem Hersteller diskutiert und optimiert, und man ermittelte schließlich die ideale Fenstereinteilung.

Weitere wichtige Punkte des Projekts: Die Neuausstattung des ursprünglichen Solarmodul-Trägers auf dem Dach, der Hauptverteiler an der Ostseite der Außenwand, der Rekonstruktionsplan der ursprünglichen Gebäudedämmung und die Anordnung der Warmwasserleitungen.

Alle diese Schwierigkeiten im Entwurf wurden mit der Erfahrung und Kreativität der Designer sowie anhand von PHPP-Berechnungen gelöst.

Passivhaus Plus

Das Passivhaus Institut verfügt über drei Klassifizierungen für Passivhäuser: „Passivhaus Classic“, „Passivhaus Plus“ und „Passivhaus Premium“. Die Anforderungen für die drei Klassen der Zertifizierung werden stufenweise erhöht. Die Grundklasse „Passivhaus Classic”erfordert, dass der erneuerbare Primärenergieverbrauch des Gebäudes 60 kWh/m2 pro Jahr nicht überschreitet, dabei gibt es kein Anforderung an die Produktionskapazität. Das“Passivhaus Plus“ dagegen ist eine Klasse mit weiteren Vorgaben. Der erneuerbare Primärenergieverbrauch muss hier niedriger sein als 45kWh/m2, die jährliche Produktionskapazität muss aber mindestens 60 kWh/m2 betragen. Ist der Energieverbrauch höher als 45kWh/m2, muss die Produktionskapazität entsprechend erhöht werden. Es gibt jedoch eine Obergrenze für der Verbrauch von 60kWh/m2, danach ist die Klasse „Passivhaus Plus“ nicht mehr zu erreichen, auch wenn man die Produktionskapazität weiter erhöhen könnte. Liegt der Gesamtbedarf unter 45 kWh/m2, werden die Kriterien entsprechend nach unten angepasst.

Es zeigt sich, dass für die Klasse „Passivhaus Plus“ alle Komponenten entscheidend sind. Zum einen der Energieverbrauch, wie z.B. die Wärmeversorgung, Kühlung, Beleuchtung, Warmwasserversorgung, Haushalts- und sonstige Geräte ­- alle müssen gemeinsam berücksichtigt und optimiert werden. Auf der anderen Seite die Energiegewinnung: es muss so viel natürliche Energie wie möglich durch photovoltaische oder photothermische Anlagen gewonnen werden. Erst dann wird das Niveau des „Passivhaus Plus“ erreicht.

Am Ende hat dieses Projekt den Luftdichtigkeitstest mit einem sehr guten Testergebnis von 0,2/h bestanden. Das positive PHPP Endergebnis: Heizbedarf 5 kWh/(m2a), Heizlast 6W/m2, Bedarf für Kühlung und Entfeuchtung 13W/(m2a) ,Kühllast 6W/m2. Der Primärenergieverbrauch liegt bei 49kWh/(m2a), Erzeugung erneuerb. Energie (Bezug auf überbaute Fläche) ist 110kWh/(m2a). Damit wurde das Projekt vom Passivhaus Institut in die Klasse“Passivhaus Plus”eingestuft und zertifiziert.

Typologie
Gewerbe
Standort
Yanqing, VR China
Bauherr
Landsea Group
BGF
500 qm