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Energie durch Windkraft

Konventionelle Windkraftanlagen sollen bundesweit, auch in Baden-Württemberg, ausgebaut werden. Diese sind bereits heute eine wichtige Säule der Energieerzeugung. So ist Windkraft in Deutschland der größte ökologische Stromerzeuger. Mit 6 Prozent liegt der Strom aus Wind damit vor der Biomasse und der Nutzung von Wasserkraft. Deutschland ist so bezogen auf die installierte Leistung von Windkraft weltweit unter den Top 3 der Länder, die Windkraft am stärksten nutzen. In Europa ist Deutschland sogar führend.

Gefördert wird Windkraft in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das eine Einspeisevergütung vorsieht, die auf den Verbraucher umgelegt wird. Diese ist jedoch wesentlich geringer als beispielsweise bei Photovoltaik-Anlagen; dadurch wird den niedrigeren Stromgestehungskosten der Windkraft entsprochen. Zum Vergleich: Die Grundvergütung für Windkraft beträgt 5,02 Cent pro Kilowattstunde, die Anfangsvergütung, d.h. die Vergütung der ersten 5 Jahre, beträgt 9,2 Cent. Photovoltaik-Anlagen hingegen werden um ein Vielfaches höher vergütet. Sie erhalten eine Förderung zwischen 21 und 28 Cent pro Kilowattstunde als Grundvergütung.

Bei der Abwägung, ob ein großes Windrad einen Gewinn für unsere Gesellschaft bringt oder ob es Kulturraum zerstört, ist nicht in erster Linie entscheidend, in welchem Bundesland oder in welcher Region es steht. Stattdessen ist die konkrete Landschaft dafür ausschlaggebend, ob ein Windrad als störend empfunden wird. Durch diese Abwägung und aufgrund der Größe konventioneller Windenergieanlagen sind die Standorte für Windräder begrenzt. Die Neuinstallation von Windkraftanlagen hat ihre natürliche Grenze. Da ein hohes Windrad in der Regel ein großes Fundament benötigt und eine Windkraftanlage mit 3 Megawatt Leistung, wenn man den festgesetzten Abstand der Anlagen zueinander mit einrechnet, 21 Fußballfelder an Fläche einnimmt, können große Windparks nicht beliebig ausgeweitet werden. Bereits heute gibt es über 20.000 Windräder, die insgesamt mehr als 170.000 Hektar an Fläche einnehmen. Das begrenzte Potential zeigt sich auch statistisch an der Anzahl von Großwindkraftanlagen in Deutschland. Ist die Gesamtleistung von Windkraftanlagen durch Neubauten 2002 noch um 3247 MW gestiegen, wurden 2010 lediglich 1551 MW zugebaut.

Das Ziel etwa der aktuellen baden-württembergischen Landesregierung, Windkraft bis 2020 auf 10% der Bruttostromerzeugung im Land auszubauen (Stand 2010: 0,69%), ist vor diesem Hintergrund sehr ehrgeizig. So ehrgeizig, dass dringend alternative Konzepte der Nutzung von Windkraft gefragt sind.

Dezentrale Windkraftanlagen sind effektiv

Windkraftanlagen mit weniger Höhe und mit einem geringeren Rotordurchmesser sind, wenn es genug davon gibt, genauso effektiv wie Großanlagen. Stellen wir uns vor, jedes Haus besäße ein eigenes kleines Windrad. Dies reicht zwar nicht immer für den gesamten Jahresstromverbrauch, es leistet jedoch im Energiemix einen wichtigen Beitrag und kann z.B. den Strom für eine Wärmepumpe generieren. Diese wiederum kann dann den gesamten Heizbedarf decken – unabhängig vom aktuellen Strom- oder Ölpreis.

Warum Effizienz bei Windkraft nicht ausschlaggebend ist

Selbst wenn erneuerbare Energien tatsächlich nicht so effizient genutzt werden könnten wie fossile Energie, kann dies kein ausschlaggebendes Argument gegen den Ausbau regenerativer Energien sein. Insgesamt, so geht das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aus, sind die auf der Erde nutzbaren Energieströme sechs mal so groß wie unser Energieverbrauch. Und das ist nur ein Bruchteil der gesamten Energieströme. Diese sind 3.000 mal so groß wie der jährliche Weltenergieverbrauch.

Die Kohle- und Ölressourcen hingegen nehmen ab und schaden in ihrer Aufbereitung der Umwelt zusätzlich durch Emissionen. Mit einer Effizienz um ihrer selbst Willen ist keinem geholfen. Im Überfluss vorhandene Energie kann auch mit weniger effizienten Methoden nutzbar gemacht werden.

Kleine Windräder lohnen sich ökologisch und finanziell

Neben ökologischen Überlegungen sind die tatsächlichen Kosten von regenerativer Energie für die Entscheidung für oder gegen erneuerbare Energien ausschlaggebend. Um diese zu ermitteln, müssen viele Faktoren mitbedacht werden. Da gibt es zum einen die Anschaffungs- und Installierungskosten, Wartungskosten, die Lebensdauer der Anlagen, Subventionen und Fördermittel, eine Risikoermittlung und schließlich auch wie viel Strom tatsächlich erzeugt wird. Da bei der Installation von Rotoren auf bereits bestehenden Masten der Großteil der Baukosten wegfällt, stellen kleine Windräder auch bei geringerem Nennwert eine lohnende Investition dar. Dies gilt auch für Mini-Windräder, die man auf Mehrfamilienhäusern anbringen kann.

 

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