Wohnen

Passivhaussiedlung im Deutsch-Chinesischen Ökopark

30.10.18

Im Deutsch-Chinesischen Ökopark am Ufer des Gelben Meeres entsteht ein neues Wohn- und Arbeitsgebiet, das hauptsächlich mit erneuerbaren Energien versorgt wird. Das Projekt liegt in der Nähe des Deutschen Zentrums, am Eingang des C-2 Gebiets.

Nach einer gründlichen Analyse der Wege, des Verkehrs- und Personenflusses, wurde entschieden, die Siedlung als autofreies Wohnviertel zu konzipieren. Dies garantiert die Erhaltung und Nutzung der Landschaftsvegetation.

In Abstimmung mit der Umgebung und den Gebäudeformen der Region sieht der Entwurf der Stadtplanung eine Zeilenbebauung mit weiten Zwischenabständen vor. Die offenen Wohnviertel und die gestaltete Landschaft fügen sich so harmonisch in die Umgebung ein.

Bei dem Entwurf wurde darauf geachtet, innerhalb des Baugebiets eine große Anzahl von Grünflächen zu erhalten, um die Wohnqualität der Siedlung zu verbessern. Zentral soll ein Park im Zusammenspiel mit teilweise unterirdischen Service-Einrichtungen zu einem lebendigen, attraktiven grünen Raum werden.

So wurden auf der östlichen Seite des zentralen Freiraums halb unterirdische Gemeinschaftsflächen angeordnet, die zusammen mit dem Gemeinschaftszentrum des ersten Bauabschnitts ausreichend öffentliche Freizeiteinrichtungen bieten.

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Heidelberg Village – „Living Community“

09.10.18

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Nachhaltige Architektur in einem vitalen Stadtquartier

Der Ausbau des Heidelberger Stadtteils Bahnstadt geht weiterhin zügig voran. Mit dem Heidelberg Village – „Living Community“ entsteht 2015 hier ein neues Stadtquartier, das auf einer Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern Wohnnutzung und Gewerbe vereint.

162 Wohneinheiten werden in diesem besonderen Quartiersteil entstehen, der gleichermaßen durch seinen bautechnischen Facettenreichtum wie durch seinen inhaltlichen und gesellschaftlichen Modellcharakter als nachhaltiger Lebensraum überzeugen will. Auf rund 15.000 Quadratmetern sollen in diesem besonderen Quartiersteil zwei Gebäude entstehen, die gleichermaßen durch ihren bautechnischen Facettenreichtum sowie durch die inhaltlichen und gesellschaftlichen Modellcharakter als nachhaltiger Lebensraum überzeugen kann. Im westlichen Teil des Grundstücks ist ein fünfgeschossiges Gebäude vorgesehen, das partiell achtgeschossig ausgeführt wird. Östlich schließt sich ein weiteres, durchgehend fünfgeschossiges Gebäude an. Beide Gebäude sind durchgängig barrierefrei.

Lebenswerte Vielfalt

Eine möglichst große Vielfalt an Bewohnern soll in den Wohn- und Lebenswelten des Heidelberg Village eine Heimat finden. Frey Architekten sind davon überzeugt, dass eine solche Vielfalt der Bewohnerschaft das Quartier langfristig attraktiv und vital machen wird. So reicht der Wohnungsmix vom Ein-Zimmer-Appartement bis zur großzügigen Stadtwohnung, die den Ansprüchen eines Vier- bis Fünf- Personenhaushalts entspricht. Alle Wohnungen werden schwellen- beziehungsweise barrierefrei zugänglich sein und über einen eigenen Balkon verfügen.

„Das Heidelberg Village folgt konsequent dem Gedanken einer nachhaltigen Stadtplanung und Architektur, sowohl in sozialer Hinsicht als auch unter Umweltgesichtspunkten“, erklärt Architekt Wolfgang Frey vom für die Planung verantwortlichen Architekturbüro Frey Architekten aus Freiburg. „Die Konzeption des Heidelberg Village zielt bewusst darauf ab, eine heterogene Nachbarschaft anzuziehen und hierdurch ein vitales heimatbezogenes Quartierleben mit vielen sozialen Kontakten zu schaffen.“

Neue Heimat in urbanem Umfeld

Für eine aktive Nachbarschaft in einem lebenswerten Umfeld wird es zahlreiche Begegnungsräume geben wie ein Café, kleine Geschäftseinheiten, Spielplätze, Dachgärten und ein Quartiersforum als zentralem Treffpunkt. Der innovative Modellcharakter des Heidelberg Village begründet sich auch in der dauerhaften Organisation und Moderation der nachbarschaftlichen Aktivitäten durch professionelle Quartiermanager. Wolfgang Frey betont, dass gerade die professionelle Moderation der Vielfaltsgemeinschaft eines neuen Stadtquartiers der Schlüssel zu einer gelingenden Nachbarschaft sei.

Eine weitere Besonderheit des Heidelberg Village wird das weitgefächerte Angebot moderner Service, Pflege- und Betreuungsleistungen sein, das unter anderem professionelle Betreuung- und Pflegeangebote bietet. Den unterschiedlichen Bedürfnissen von Familien, älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung wird so haushaltsnah Rechnung getragen.

Grüne Oase mit nachhaltiger Architektur

Der zukunftsausgerichtete nachhaltige Architektur-Ansatz des Heidelberg Village findet sich auch in der systematischen Weiterentwicklung des „Passivhausstandards“ durch das Büro von Architekt Wolfgang Frey wieder. Moderne Photovoltaik und Lüftungssysteme machen das „Heidelberg Village“ zum innovativen Aushängeschild in der Bahnstadt. Eine begrünte Doppel-Fassade, „vertikale Gärten“ als grüne Tore in den Eingangsbereichen der Gebäude sowie halböffentliche Dachgärten schaffen den Charakter einer grünen Oase und lassen mitten in der Stadt ein ausgeglichenes Mikroklima entstehen.

Website von Heidelberg Village >>

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Smart Green Tower

22.08.16

Offizielle Website von Smart Green Tower >>


Das Wohn- und Geschäftshochhaus als solare Energiezelle für die Stadt

Der erste Smart Green Tower wird ab 2017 in Freiburg realisiert. Es handelt sich dabei um ein Leuchtturmprojekt von Frey Architekten mit der Siemens AG, dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme und lokalen Partnern wie dem Batteriehersteller ads-tec GmbH, dem Energieversorger badenova und der städtischen Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM).

Bei der Planung des Smart Green Towers weichen Frey Architekten bewusst von gängiger Standardarchitekturästhetik ab und setzen auf ein Gebäude, dessen äußere Erscheinung die energetische Gesamtkonzeption sichtbar werden lässt. Das Gebäude erhält eine aktive Gebäudehülle aus Glas/Glas-Photovoltaik-Modulen mit Hochleistungszellen. Dadurch wird einerseits die Verschattung zur Reduzierung des solaren Wärmeeintrags erreicht und andererseits eine Energie-Gebäudehülle geschaffen, die über eine viertel Million kWh erneuerbaren Stroms am und durch das Gebäude selbst erzeugt.

Im Freiburger Pilotprojekt werden die Photovoltaikzellen von der dort ansässigen Firma SI Module geliefert. Die PV-Module bestehen aus monokristallinen Perc-Zellen mit multi Busbar-Technologie der neusten Generation und erreichen eine Zelleffizienz von über 21%.

Der jährliche CO2-Austoß wird um über 160 Tonnen pro Jahr reduziert. Zur optimalen Integration der Fassadengestaltung wird hierfür ein neuartiges Verschaltungssystem mit Leistungsoptimierern entwickelt. Diese Elektrifizierung zukünftiger Gebäude trägt enorm zum Klimaschutz und der Reinhaltung unserer Städte bei.

Das neuartige Energiekonzept basiert im Wesentlichen auf folgenden Aspekten:

  • Eigenstromproduktion bis zu 400 kWp
  • Batteriespeicher in Megawattklasse
  • Einbindung der Energie in ein Smart Grid
  • Energie-Lastspitzen werden ausgeglichen
  • Stabilisierung und Entlastung des Versorgungsnetzes

Da die Energieerzeugung des Gebäudes zu bestimmten Zeiten über den Eigenbedarf hinausgeht, wird eine flexible interne Energiespeicherung in großer Dimension (Lithium-Ionen-Batterie in der Megawattklasse) eingesetzt mit der Fähigkeit, weitere regenerative Energieerzeuger und -nutzer im Stadtteil zu integrieren. Der Smart Green Tower dient auf diese Weise als „Energiemanager“: Die Energieversorgung und -bereitstellung wird erstmals für Sektorenkoppelung (Strom-Wärme-eMobilität) möglich gemacht.

Von Green City zur Smart Green City

Im Projekt werden modernste Speichersysteme auf Basis von Lithium-Ionen-Technologie eingesetzt und ihr Betrieb durch das Energiemanagement-System von Siemens gesteuert. Die hochflexible und dynamische Ansteuerung der Zellen ist im Bereich der Speichertechnologie einzigartig und ermöglicht insbesondere in Kombination mit Erzeugung erneuerbarer Energien eine ideale Plattform zur Erforschung und Weiterentwicklung. Dies betrifft sowohl Aspekte der Optimierung von Energieverbrauch im Gebäude als auch die Entwicklung von smarten Stadtteilen.

Die Vision: Ein solcher Verband aus mehreren intelligenten Objekten arbeitet optimal zusammen in einem intelligenten Netz und bildet so die Basis für neuartige Stadtteilkonzepte, in denen verschiedene Smart Energy Buildings sinnvoll miteinander kommunizieren – der Smart Energy District. Diese Idee führt zu dem Leitbild einer Smart Energy City, in der Smart Energy Quartiere zu einem städtischen Verbund zusammenwachsen.

Siemens

Interview mit Wolfgang Frey über den Smart Green Tower (deutsch / englisch):

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Planung: „Baicaopo“ Wohnquartier

22.08.16

Das Projekt folgt dem Motto der chinesischen Stadtplanung für den „Aufbau der schönen Dörfer“. Es sieht eine rundum Sanierung und teils Neubau vorhandener Dörfer vor, deren Altbestände von schlechtem Bauzustand sind und einen Mangel an Infrastruktur aufweisen.

Das „Baicaopo“-Wohnquartier ist im britischen Stil gestaltet und liegt im Stadtteil Yuci von Jinzhong. Hier entsteht ein stadtnahes und ökologisches Wohnquartier mit hoher Lebensqualität.
Die Lage und Landschaft des Baugebiets sind vielfältig: Es liegt von Westen nach Osten im Hang und ist von Feldern und Bergen umgegeben. Im Osten sind Täler und Bergrücken zu sehen, die das Gebiet zu einem natürlichen Erholungsort machen.

Das Wohnquartier ist ein Immobilienprojekt, das weite Aspekte und vielerlei Interessen abdeckt. Einerseits soll dem Bauträger der Immobilienwert maximal garantiert werden, andererseits soll es die Wertvorstellung und Besonderheit der Bauplanung widerspiegeln. Das Quartier ist eine perfekte Mischung aus Natur und europäischem Flair.

Es wird wie folgt klassifiziert:

1. Premiumviertel: hier entstehen Doppelhäuser von jeweils 420 qm und alleinstehende Villen von rund 800 qm. Im Premiumviertel werden die vorhandenen geographischen Lagen und Landschaften benutzt, die Begrünungsfläche vergrößert und die Wohndichte reduziert. Dadurch wird eine Wertmaximierung erzielt.

2. Mittelklasseviertel: hier sind Einzelhäuser mit Garten und Reihenhäuser geplant. Es stellt die größte Kapazität dar.

3. Gemeinnützliche Häuser: hier werden mehrstöckige Häuser gebaut, um den Bedarf der Wiederansiedlung zu decken. Obgleich die Wohndichte hier höher ist, wird dies durch großzügige Grünanlagen zwischen den Häusergruppen wieder ausgeglichen. Die Straßenführung und die Häuserplatzierung sind den Terraineigenschaften angepasst.

Generell ist das Ziel die ursprüngliche Landschaft so wenig wie möglich zu verändern. Die Lage und Ausrichtungen aller Häuser werden so weit optimiert, um stets eine schöne Aussicht auf die Umgebung zu bieten.

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Entwurf: Hetai Ziyuan, Taiyuan

22.08.16

Der Hetai Ziyuan Baukomplex befindet sich im neuen Viertel Longcheng der Stadt Taiyuan, direkt an der Hauptverkehrsachse. Die U-Bahnstation Zhongxinjie West der Linie 2 befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Entfernung zum Südbahnhof Taiyuan ist 4,5 km und vom Flughafen Wusu 6,5 km. Die Verkehrsverbindung ist somit sehr günstig.

Der Leitsatz bei der Planung liegt die Analyse der Funktionen der Einzelgebäude zu Grunde. Die kommerzielle Funktion soll den gesamten Baukomplex verbinden. Eine S-förmige abfallende Fußgängerzone verläuft von Süden nach Norden und mündet in einen halb offenen Platz, der die Haupteinkaufsmeile innerhalb des Baukomplexes bildet. Diese Einkaufsstraße grenzt östlich an die Hauptverkehrsachse. Dort werden vier Bürohäuser gebaut. Die großflächigen Dächer der Bürohäuser bieten den Bewohnern im Penthaus einen separaten Privatraum.

Der sogenannte „Korridorbaum“ bricht die Tradition, dass ein Korridor im Normalfall nur die Räume in einer Etage verbindet. Mehrerer solcher Korridorbäume verbindet die Räume in den Unter-und Obergeschossen im gesamten Baukomplex, wodurch eine Lebhaftigkeit im gesamten Komplex entsteht.

Die sich im Nordosten befindlichen Bürohäuser bilden den Fokus im gesamten Baukomplex. Sie sehen so aus, als würden aus der Erde Blätter sprießenden, und symbolisieren Lebens- und Entwicklungskraft. Bei Einbruch der Dunkelheit werden sie durch Innenbeleuchtungen angestrahlt. Auf diese Weise wirken sie wie ein Baum im Himmel, der über den Bewohnern strahlt. Die „Blattrippen“ bestehen aus Solarkollektoren. Einerseits bieten sie für die öffentlichen Flächen im Dachgeschoss ein interessantes Licht-Schatten-Spiel, andererseits fungieren sie als Sonnenwärme- und Regenwasserspeicheranlagen.

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Entwurf: Jinzhong Yuci Seniorenresidenz

22.08.16

Die Jinzhong Yuci Seniorenresidenz ist eine Oase für Ruhestand und Freizeit. Sie bietet die Möglichkeit zur Rückkehr in die Natur.

Die Anlage hat eine Gesamtfläche von 180 Mu (12 ha). Davon sind rund 25 Mu (1,67 ha) für Apfelbäume reserviert, die im Westen und Süden der Anlage verteilt sind. Weitere 60 Mu (4 ha) sind für einen Gemüsegarten geplant. Das Ziel liegt darin, dass man seinen Ruhestand mit der Lebenspflege verbindet. Durch den eigenen ökologischen Anbau erntet man gesunde Früchte.

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wird ein Portal jeweils im Norden und Westen der Anlage geplant. An der nordwestlichen Seite sind Geschäfte geplant, um die Anlage mit alltäglichen Waren zu versorgen. Hier soll ein Treffpunkt für die Bewohner entstehen. Im Norden ist eine Übergangszone zur Trennung von der Hauptstraße und dem Nachbargebiet geplant. Dort werden Reihenhäuser gebaut.

Es sind zwei Baugruppen im Nordwesten und Südosten geplant. Diese zwei Baugruppen werden durch die Hauptstraße in der Anlage getrennt. Die Einzelhäuser sind nur durch die Nebenstraßen zu erreichen, um den Lärm der Hauptstraße zu minimieren und die Bewohner zum vermehrten Aufenthalt im schönen Freien zu motivieren.

Am Eingang im Westen befindet sich das Freizeitzentrum. Der Park im Hintergrund und das imposante Haus im Schwarzwaldstil sollen die Besucher beeindrucken. Das Klima in Shanxi ist nicht geeignet für großflächige Wasserlandschaften, weswegen überall kleine Teichanlagen verteilt werden.

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Neubau Mehrfamilienhaus

17.08.16

Eine kleinteilige Wohnanlage wird in der Gemeinde Sölden bei Freiburg entstehen, die auch Senioren beste Wohnvoraussetzungen bietet. Geplant sind zwei Mehrfamiliengebäude, die über ein gemeinsames Treppenhaus miteinander verbunden werden. Auf den je vier Etagen in beiden Häusern sind insgesamt acht barrierefreie Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen geplant. Auch ein extensives Gründach sowieso eine Solaranlage, die die Aufbereitung des Brauchwassers unterstützt, sollen realisiert werden.

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Das Holzhaus

17.08.16

Das „Green Building Holzhaus“
– ein innovatives Pilotprojekt

Das Holzhaus ist ein Pilotprojekt für ökologisches Bauen, das alle Aspekte vereinen sollte, die nach dem Fünf-Finger-Prinzip von Architekt Wolfgang Frey grundlegende Bestandteile der nachhaltigen Architektur sind.

Die bautechnische Besonderheit des Holzhauses: es ist energieeffizientes, mehrstöckiges Mehrfamilienhaus in massiver Holzbauweise, dessen Hülle ohne Beton und Ziegel auskommt. Dieses Vorgehen ist bis heute im Baugeschäft ungewöhnlich.

Das Gebäude besteht aus 14 großzügig geschnittenen, hochwertig ausgestatteten Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Zur ökologischen Ausstattung gehören ein vollständig begrüntes Dach, eine Photovoltaikanlage, thermische Solarkollektoren und eine Holzpelletheizung.

Soziale Durchmischung und Inklusion

Auch beim Bewohnen des Holzhauses setzt Architekten Frey auf Innovation: Mit der Wohnungsmischung bietet das Gebäude die Grundlage für integrative Wohn- und Lebensmodelle. Zwölf der 14 Wohnungen werden dabei von der genossenschaftsorientierten Vermietungsgesellschaft „pro scholare“ verwaltet, die wesentlicher Teil des integrativen sozialen Konzepts ist.

Drei Wohnungen werden an die „Lebenshilfe Breisgau“ vermietet, die diese als Inklusions-Wohngemeinschaften an Menschen mit und ohne Behinderung untervermietet. Da die „Lebenshilfe Breisgau“ bereits frühzeitig ihr Interesse bei Bauträger und Architekten bekundete, gab es bereits in der Planungsphase des Holzhauses einen engen Austausch. Die relevanten Wohnungen wurden entsprechend der Bedürfnisse des künftigen Mieters geplant und gebaut.

Forschung und Innovation

Das Mehrfamilienwohnhaus in massiver Holzbauweise wurde erst durch umfangreiche Forschungsarbeit in Zusammenarbeit mit den Materialprüfungsanstalten in Braunschweig und Leipzig ermöglicht. Bis dato war die Verwendung von Holz als statisch tragender Baustoff bei mehrgeschossigen Mehrfamilienwohnhäusern aus baurechtlichen und bautechnischen Gründen nicht möglich. Zu hoch schien die Gefahr der Brennbarkeit zu sein.

Aber das Pilotprojekt bewies: Holzbau ist nicht gleich Holzbau.

Der Leitsatz des Projekts: Nur wer das Material, das er benutzt, genau kennt, kann es optimal einsetzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, traditionelle und natürliche Materialien auf ihren Wert zu prüfen, anstatt stets neue Industrieprodukte zu entwickeln.

Ein besonderer Fokus lag für Architekten Frey ebenfalls auf der Energiebilanz der verwendeten Materialien. Oft wird auch beim Bau von Häusern, die später wenig Energie verbrauchen sollen, Materialien eingesetzt, die in ihrer Produktion sehr viel Energie benötigen.
Beim Holzhaus fällt die CO2-Bilanz aufgrund des CO2-Speichervermögens von Holz und des grünen Dachs deutlich positiver aus. Auf die Energieeffizienz wurde demnach bereits während der Entstehungszeit wert gelegt.

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Pro Scholare

17.08.16

Neubau eines integrativen Wohnobjektes mit Gewerberäumen, pro scholare:
Das Projekt in Freiburg-Rieselfeld ist eines der ersten Modellprojekte, das nach dem Fünf-Finger-Prinzip realisiert wurde. Dabei bezeichnet „pro scholare“ nicht nur das Mehrfamilienhaus mit 82 Wohnungen und verschiedenen, gewerblich genutzten Einheiten, sondern ist gleichzeitig Name einer genossenschaftsorientierten Vermietungsgesellschaft, die zwischen Eigentümern und Mietern zwischengeschaltet ist (Sondermietverwaltung).

Die pro scholare erfüllt damit gleich zwei wesentliche Funktionen.

Sie ist Teil eines integrativen sozialen Konzepts: als Generalmieterin kann sie nicht nur die Mietpreise, sondern auch die soziale Diversität der Bewohnerstruktur des Hauses gezielt steuern. Das sechsgeschossige Gebäude bietet Platz für Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft, genauso für Menschen mit und ohne Behinderung. Im Haus befindet sich zudem ein barrierefrei zugänglicher Wohnraum.

Zum Zweiten kompensiert die Vermietungsgesellschaft die Risiken von Kleinanlegern. Pro scholare garantiert den Eigentümern eine lückenlose Vermietung der Wohnungen. Die Eigentümer sind zu 70 Prozent Handwerker, die selbst am Bau beteiligt waren. „Handwerker verfügen über viel Wissen, aber nicht unbedingt über viel Geld“, sagt Wolfgang Frey.

Durch ein spezielles Finanzierungskonzept erhielten die Handwerker die Möglichkeit, sich am Gebäude zu beteiligen, indem sie u.a. einen Teil der aufzubringenden Kaufsumme durch handwerkliche Eigenleistungen am eigenen Gebäude in ihrer Freizeit deckten (Anreizsysteme). „Kein Kapital wird so ignoriert wie die Kreativität der Handwerker“, findet Architekt Wolfgang Frey. Für den Bauträger wurde somit eine effiziente Bauausführung bei guter Qualität gewährleistet. Umgekehrt erhalten die Handwerker eine Alterssicherung mit risikoarmem Vermögensaufbau.

Wohnraummoderation

Die gebaute Umgebung soll auch die Kommunikation unter den Bewohnern und die Identifikation mit ihrem Zuhause fördern. Zum Beispiel sind die kleine Kunstgalerie im Brandschutztreppenhaus oder die Setzkästen in den Fluren, die zu jeder Wohnung gehören und von den Bewohnern gestaltet werden können. Außerdem unterstützt die pro scholare das Miteinander durch gezielte Wohnraummoderation.

Motivation durch Eigentum

Wolfgang Frey betont: „Wir Bauschaffende sind verantwortlich für das, was wir als Stadtraum entstehen lassen. Dafür müssen wir mit unserem „Gesicht“ einstehen. Der Mehrwert einer mit Engagement geleisteten Arbeit ist daher mit Geld nicht zu bezahlen.“ Aus diesem Grund hängen an der Gebäudefassade auch Porträts. Jeder der mitgewirkt hat, zeigt hier: Dafür stehe ich.

Das Mehrfamilienhaus genügt sehr hohen ökologischen Anforderungen. Dies betrifft unter anderen die Stromgewinnung mittels einer Photovoltaik-Anlage (40 Kilowatt Peak) oder die Gewinnung von Warmwasser über Solarthermie. Das Regenwasser fließt zurück ins Erdreich statt in die Kanalisation.

In der Fassadenfarbe ist Titanoxid beigemischt. Es wirkt als Photokatalysator und wandelt Stickoxide in Sauerstoff um.

Hohe ökologische Ausstattung

Um ganzjährig zu klimatisieren wird Geothermie eingesetzt: Im Winter wird Wärme mittels Fußbodentemperierung ins Haus nachgeführt, im Sommer wird überschüssige Wärme an das Erdreich zurückgeführt. Sowohl Teile des Gebäudedaches als auch das Dach der Tiefgarage sind begrünt. Durch letzteres ist eine Innenhofwiese entstanden.

2010 konnten die ersten Bewohner in das pro scholare-Modellhaus einziehen. Seitdem haben Architekten Frey gemeinsam mit der Freien Liegenschaftsverwaltung GmbH weitere Gewerbe- und Wohngebäude nach dem pro scholare-Konzept und „Fünf-Finger-Prinzip“ realisiert. Inzwischen werden auch im Auftrag Dritter Wohnbestände von pro scholare verwaltet.

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Greenhouse

17.08.16

Das 2012 errichtete Wohn- und Geschäftshaus Greenhouse ist eines der Gebäude, die Freiburgs Ruf einer nachhaltigen Stadtentwicklung gerecht werden: sozial und integrativ, ökologisch und ökonomisch.

Barrierefrei und behindertengerecht

Das gesamte Haus ist barrierefrei realisiert, was Menschen mit körperlichen Einschränkungen genauso wie Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung ermöglicht, selbständig dort wohnen zu können. So unterschiedlich wie die Bedürfnisse der Bewohner sind auch die Wohnungen: vom kleinen Einzimmerapartment bis zur eleganten Penthouse-Wohnung für gehobene Wohnansprüche.

Wohnraummoderation

Die Kommunikation unter den Bewohnern wird durch gezielte Wohnraummoderation unterstützt. Teilweise übernehmen die Bewohner die Gestaltung der halböffentlichen Bereiche, so dass sie sich in hohem Maß mit ihrem Lebensumfeld identifizieren können.

Ökologisch bauen

Bemerkenswert ist das Gebäude auch in seiner ökologischen Qualität. Durch die exzellente Dämmung wird der Heizenergiebedarf auf ein niedriges Bedarfsniveau gedrückt, so dass die geringe Restenergiemenge leicht durch die geothermische Aktivierung des Erdreiches abgedeckt werden kann. Auf diese Weise lässt sich das Gebäude ganzjährig klimatisieren: Im Sommer wird dem Haus Wärmeenergie entzogen und dem Erdreich zugeführt. Im Winter ist es umgekehrt: die Wärmeenergie des Erdreichs wird eingesetzt, um das Gebäude zu wärmen.

Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und an den sonnenzugewandten Fassaden des Gebäudes (Peakleistung von 60 Kilowatt) trägt dazu bei, den Eigenstrombedarf zu decken. Das Warmwasser wird mittels Solarthermie erwärmt.

Besonderen Wert legten Architekten Frey auf ein angenehmes Raumklima.
Der Hintergrund: Die Raumluftqualität ist in vielen Passivhäusern aufgrund des reduzierten Luftwechsels ein immer wieder auftretendes Manko. Im Greenhouse sind alle Fenster um einen dezentralen Raumlüfter mit Kreuzwärmetauscherfunktion ergänzt. So kann der Bewohner individuell entscheiden, ob er über das Fenster oder über die Lüftungsfunktion des Kreuzwärmetauschers mit 90 Prozent Wärmerückgewinnung lüften möchte. Darüber hinaus werden die Einzelraumlüfter mittels Hygrometer, Feinstaub- und Giftstoffdetektor halbautomatisch gesteuert. Im Gegensatz zu zentralen Hauslüftungsanlagen, bei der ein Großteil der eingesparten Wärmeenergie verloren geht, lüften dezentrale Einzelraumlüfter punktgenau nach Bedarf.

Moderne Architektur und Baumaterialien

Innovativ sind weitere architektonische Details: die sonnenabgewandten Seiten der Gebäudehülle sind vollständig als doppelte Fassadenebene ausgebildet. Diese Fassaden werden komplett von einer vorgehängten Balkonkonstruktion umhüllt und sind mit Edelstahlnetzen überzogen. Sie dienen als Rankhilfe für Pflanzen. Auf diese Weise entstehen begrünte Lauben, die nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern auch die Wärmeabstrahlung verringern.
Der Fassadenfarbe ist Titanoxid beigemischt, das als Photokatalysator wirkt und Stickoxyde durch Abspaltung von Nitrat in Sauerstoff umwandelt.

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